Was ist objektiver, investigativer Journalismus?

Objektivität (von lateinisch obiectum, dem Partizip Perfekt Passiv von obicere: das Entgegengeworfene, der Vorwurf oder der Gegenwurf) bezeichnet die Unabhängigkeit der Beurteilung oder Beschreibung einer Sache, eines Ereignisses oder eines Sachverhalts vom Beobachter beziehungsweise vom Subjekt. Die Möglichkeit eines neutralen Standpunktes, der absolute Objektivität ermöglicht, wird verneint.[1] Objektivität ist ein Ideal der Philosophie und der Wissenschaften. Da man davon ausgeht, dass jede Sichtweise subjektiv ist, werden wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse an bestimmten, anerkannten Methoden und Standards des Forschens gemessen.
Quelle Wikipedia (18.05.2017)

Wenn man nur einen einzigen Satz aus dieser Definition herausnehmen müsste, um den Begriff zu erklären, fällt die Wahl schnell auf „… die Unabhängigkeit der Beurteilung oder Beschreibung einer Sache, eines Ereignisses oder eines Sachverhalts vom Beobachter beziehungsweise vom Subjekt.“ Dieser Satz, sollte uns in Erinnerung bleiben.

Investigativer Journalismus (von lateinischinvestigare ‚aufspüren‘, ‚genauestens untersuchen‘) setzt eine langwierige, genaue und umfassende Recherche vor Veröffentlichung voraus. Themenschwerpunkte sind in der Öffentlichkeit als skandalträchtig angesehene Vorgänge aus Politik oder Wirtschaft.

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#FakeNews: Der Schuss könnte für viele Politiker und Journalisten nach hinten losgehen.Andreas Popp im Interview mit Eva Herman.Komplettes Interview: youtu.be/AT2O1BGEc8s?list=PL4D67F23E7051106F

Posted by WissensManufaktur.net on Samstag, 21. Januar 2017

 

Zusammenfassend lässt sich also objektiver, investigativer Journalismus als langwierige, genaue, umfassende Recherche von einer Person, die sich auf neutralem Standpunkt befindet, definieren.

Nun vergleichen wir mal diese Aussage mit den Öffentlich-Rechtlichen Medien in der Bundesrepublik Deutschland:

Neutraler Standpunkt: Nein, die GEZ ist ein Staatsorgan und sämtliche ihr angeschlossenen Sender und Medienhäuser gehören somit zum Staat oder sind direkt von diesem abhängig. Insbesondere die Verzweigung zwischen Politikern höchsten Ranges und Sendeaufsehern, die immer mal wieder die Posten wechseln, steht somit im klaren Gegensatz zur Neutralität.

Lange, intensive Recherche: Nein, auch hier müssen wir uns leider von qualitativem Journalismus verabschieden. Besitzen die Sender Auslandskorrespondenten, ist zum einen fraglich inwiefern diese gegen ihren Arbeitgeber berichten würden, zum anderen werden häufig einheitliche Quellen wie die DPA (Deutsche Presseagentur) oder aber Geheimdienste wie NSA, CIA oder BND zitiert ohne deren Version intensiver Prüfung zu unterwerfen (Stichwort „Der Irak besitzt Massenvernichtungswaffen“). Häufig wird den Journalisten auch nicht die zwingend notwendige Zeit eingeräumt Tathergänge intensiv zu untersuchen und beispielsweise selbst Interviews in Landessprache beim Absturz von MH317 zu führen, da dies Geld kostet. Wenngleich man aber sehr wohl bereit ist ca. ein Drittel der GEZ Einnahmen (ca. 7 Mrd Euro insgesamt pro Jahr) für Pensionen auszugeben. Pensionen, die dann wiederum an die Politiker fließen, die zuvor den Medien diktiert haben welche Berichterstattung „Political Correct“ und somit der jeweiligen Regierung dienlich sei.

All das führt leider zum Ergebnis, dass selbst in einer Demokratie wie der in Deutschland, die Medien immer noch kontrolliert sind.

Wer nun glaubt, dass lediglich staatliche Medien problematischer Natur sind, der möge sich mal folgenden Fall überlegen:
Inhaber des Medienhauses A besitzt Wertpapiere bei Unternehmen V. Journalist bei Medienhaus A deckt einen Abgassskandal auf. Wird nun der entsprechende Artikel sofort veröffentlicht? Auch wir können diese Frage nicht klar beantworten, aber zumindest den offenkundigen Interessenskonflikt darlegen.

Wie wäre nun also eine völlig unabhängige Berichterstattung möglich? Es gibt leider keine 100%ig neutrale, objektive Berichterstattung. Das räumt selbst Wikipedia bei der Definition zum Begriff Objektivität ein. Dennoch glauben wir, dass ein System wie einige freie Medien es zurzeit bereits verwenden am sinnvollsten wäre:
Autoren dürfen frei Themen wählen und werden lediglich in der Stylistik, Grammatik und Rechtschreibung unterstützt. Finanzierung des jeweiligen Medienhauses findet ausschließlich über freiwillige, anonyme Spenden aus der Bevölkerung statt. Damit wäre zumindest der Lobbyismus gebannt und die Neutralität und Objektivität zu großen Teilen gewahrt. Ein Autor, der nun in der Ölindustrie arbeitet, könnte durch einen Autor, der sich bei Green Peace engagiert durch einen entsprechenden Gegenartikel immer widerlegt werden – die entsprechenden Beweise bzw. Gegenbeweise vorausgesetzt.

„Die breite Masse ist blind und dumm und weiß nicht, was sie tut.“
Adolf Hitler (kam 1933 an die Macht und tötete daraufhin über 50 Mio Menschen, weil seine Aussage wahr war … und leider noch heute ist)

Assads angebliche Giftgasangriffe in Syrien

Bei den Anschuldigungen ohne jeden Beweis, würde uns auch das Hören vergehen.

Fassen wir einmal die Geschehnisse der letzten Jahre zusammen:

Im August 2013 hat Assad angeblich den ersten „dokumentierten“ Giftgasangriff in Syrien direkt vor den UN-Kontrolleuren gegen seine eigene Bevölkerung in der syrischen Stadt Saqba geführt.

Dann halten wir folgendes Zitat fest:

Die Experten hatten noch zwei weitere Chemiewaffenangriffe in derselben Provinz aus dem April 2014 und März 2015 untersucht, konnten die Verantwortlichen jedoch nicht zweifelsfrei bestimmen, da die dabei eingesetzten Gasbehälter „entfernt worden“ seien.

Dies birgt eine interessante Zwischenzeile, denn obwohl die beiden folgenden Giftgasangriffe nicht nachgewiesen werden konnten, suggeriert die Meldung, dass beim ersten Angriff zweifelsfrei feststünde, dass diese Tat von Assad selbst angeordnet wurde. Wie man das nun prüfen will und welche Beweise es hierfür geben soll, erläutert niemand. Vielleicht hat Assad ein spezielles Patent auf Giftgas, von dem keiner hier weiß und das natürlich „Top Secret“ ist und somit auch nicht von der UN bzw. den USA veröffentlicht werden kann (wie so oft).

Nun trug sich vor kurzem, gerade als die USA vermeldete „nicht mehr an einem Regime-Change in Syrien interessiert zu sein“ ähnliches zu. Also gerade als Assad, die Russen und der Iran hätten Luftsprünge machen müssen, wählt Assad die einzige Waffe, die er nicht legal nutzen darf. Man kann ja vieles von Assad halten, aber die Redaktion möchte betonen, dass dies nicht nur unlogisch, sondern absolut fragwürdig und schwachsinnig wäre, schließlich könnte man hierzu – wenn man dies denn wöllte – kostenlos zur Verfügung gestellte Waffen vom Iran oder Russland nehmen, die mit Sicherheit genauso oder gar noch tödlicher sind. Ferner meinen wir, dass die Art und Weise der Berichterstattung mit Bezug auf Aussagen wie „Assad bombardiert eigene Bevölkerung“ hochgradig diskutabel sind. Zum einen kann man in einem Bürgerkrieg im eigenen Land nunmal niemand anderen bombardieren als „seine eigene Bevölkerung“, zum anderen handelt es sich hierbei höchstwahrscheinlich um eingeschleuste Terroristen und somit ist eben nicht zweifelsfrei klar, ob es wirklich Syrer sind oder eben nicht.

Und sind wir mal ehrlich: Wenn die BRD nicht mal im eigenen Land an den Grenzen Personen kontrollieren kann oder gar bei der Bundeswehr Soldaten sitzen, die nur französisch sprechen sich aber als syrischer Flüchtling ausgeben können und erfolgreich Asyl beantragt haben, dann sollten gewisse Personen und Instanzen doch lieber nicht mit sogenannten „Fakten“ zur Staatsbürgerschaft etwaiger in zigtausend Kilometer entfernten Kriegsgebieten Ermordeter „spekulieren“, oder?

Um die ganze Geschichte nun abzuschließen, ist uns als Redaktion nun nicht ganz klar inwiefern ein Ersuchen der russischen Regierung diesen Fall von Den Haag untersuchen zu lassen, einfach nicht verfolgt wird. Es ist hierbei lediglich positiv zu betonen, dass scheinbar wenigstens eine westlich geführte Instanz unabhängig zu sein scheint: der internationale Gerichtshof von Den Haag. Denn sonst wäre es doch ein leichtes die Untersuchung zwar durchzuführen, aber diese im Bezug auf das Endergebnis derart zu manipulieren, dass nun doch wieder Assad die Schuld trägt.

Der bolivianische Botschafter blamiert die Vereinigten Staaten von Amerika in einer UN-Konferenz mit Bildern von Colin Powell aus 2003, die maßgeblich zum Start des zweiten Irakkriegs beigetragen haben und deren „Beweise“ wie man heute weiß frei erfunden waren.

Interessanterweise kommen diese Anschuldigungen genau von der Regierung, die bereits 1945 die schlimmste aller Waffen auf Zivilbevölkerungen in Japan hat abwerfen lassen, bei denen zehntausende ihr Leben verloren haben.

Wenn es nicht so traurig wäre, man müsste glatt lachen ob der Ironie der US Regierung und seiner Vorgänger.

Quellen:
Zeit.de (http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-10/syrien-un-sicherheitsrat-giftgas-baschar-al-assad-studie)
Spiegel.de (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-soldat-unter-terrorverdacht-wie-franco-a-zum-fluechtling-wurde-a-1145376.html)
RT Deutsch (https://deutsch.rt.com/international/49474-russische-experten-kritisieren-opcw-vorschl%C3%A4ge-unabh%C3%A4ngige-untersuchung-syrien-giftgasattacke/)

Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.
John Fitzgerald Kennedy