Make Love Not War

Es ist mal wieder soweit. Ein weiteres Land im Nahen Osten ist dabei in einen Krieg verwickelt zu werden. Nach den jüngsten Entwicklungen im Irak und Iran, ist davon auszugehen, dass die USA sich im direkten Krieg mit dem Iran befinden. In der Nacht zum 08.01.2020 flogen iranische Raketen auf zwei US besetzte Stützpunkte im Irak. Zudem wurde laut Medienberichten aus Jordanien wahrscheinlich eine ukrainische Passagiermaschine im Iran abgeschossen, wohl weil man glaubte es handele sich um eine Militärmaschine der USA, die zum Gegenschlag ausholte. Das alles, da die USA den hochrangigen iranischen General Qasam Soleimani eiskalt per Drohnenluftangriff ausschalteten.

Diesem wurde vorgeworfen Milizen in verschiedenen Ländern zu unterstützen und damit Verbündeten der USA Schaden zugefügt haben. Ihm wurde also exakt das vorgeworfen was die USA seit Jahrzehnten in diversen Ländern unternommen haben; allen voran mit den Taliban gegen die Russen in Afghanistan. Nun kann man dieser Version Glauben schenken oder eben nicht, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man wiedereinmal gegen gängiges Völkerrecht verstoßen hat, indem man hier einfach am 03.01.2020 ein Todesurteil gefällt hat ohne Beweise vorzulegen und damit wiederholt einen souveränen Staat direkt angegriffen hat. Warum hat man Soleimani beispielsweise nicht vor ein Kriegsverbrechertribunal wie Den Haag gestellt? Wollte man, dass hier ein weiterer Krisenherd zu einem offenen Krieg eskaliert?

Wie auch immer man die Sachlage dreht und wendet, ist es wiedereinmal so, dass die Berichterstattungen der letzten Wochen auf eine CO²-Krise fokussiert waren, die sich hauptsächlich um Abgase von Kraftfahrzeugen dreht. Diese in Deutschland fahrenden Fahrzeuge machen aber am weltweiten CO² Ausstoß quasi nichts aus, dennoch wird hier suggeriert, dass eine vierte Besteuerung (Kraftfahrzeugsteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer, CO²-Steuer) aus ökologischen Gründen Sinn macht. Würde es aus humanitären, ökologisch- wie ökonomischen Gründen aber nicht viel mehr Sinn machen, wenn sich unsere Bundesregierung mal ganz klar gegen Kriege jedweder Art aussprechen würde?

Und wenn sie das nicht möchte, wird es vielleicht Zeit wieder eine Kultur des Friedens in der Bevölkerung zu etablieren und nicht auf die Bildzeitung zu hören, die frech titelte „USA has freed the world of a monster“.

Barry Sanders schätzte den jährlichen CO2-Ausstoß des US-Militärs auf 73 Mio. Tonnen, die den offiziellen Zahlen der Treibhausgas-Emissionen der USA noch zugeschlagen werden müssen.
(Zum Vergleich und Verständnis dieser Größenordnung: Die beiden größten Braunkohle-Kraftwerke Deutschlands verursachen jährlich zusammen ca. 50 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß.)
Der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses kam dennoch 2012 in einer Analyse zu dem Schluss, dass das Pentagon der größte Energieverbraucher in den USA und auch weltweit der größte institutionelle Einzelverbraucher ist.

Quelle: https://www.xn--umwelt-militr-mfb.info/?Extraseiten/2019-07_Buchbesprechung_Sanders

Ferner stößt auch die Bundesregierung über die in Afghanistan stationierte Bundeswehr reichlich CO² aus:

Hieraus ergibt sich ein Kraftstoffverbrauch pro Flugstunde zwischen 1 800 und 6 000 kg. Aus einem Kilogramm des Turbinenkraftstoffs Kerosin und 3,4 kg Sauerstoff entstehen bei der Verbrennung im Triebwerk rund 3,15 kg Kohlendioxid (CO2) und 1,24 kg Wasserdampf.

Quelle: https://www.stern.de/politik/deutschland/afghanistan-der-co2-krieg-der-bundeswehr-3363116.html

Also Menschenleben retten, Umwelt retten und Geld einsparen? Wer ist da noch für Krieg?

„Der ganze Krieg setzt menschliche Schwäche voraus, und gegen sie ist er gerichtet.“

Carl von Clausewitz, preußischer General und Militärtheoretiker

Von Kriegen, Ungleichheit und Ignoranz

Heute stellen wir unser Podium Gastredner Christoph Sieber zur Verfügung. Der Satiriker hat in einer emotionalen Rede das zusammengefasst, was zurzeit und auch in der Vergangenheit als das größte Problem zu bezeichnen ist: die Ignoranz des Menschen. Ignoriert werden nicht nur Kriege und politische Entscheidungen, sondern die Auswirkungen des Kapitalismus auf die schlechter Gestellten.

Wenn heute auf die Welt vor 100 Jahren zurückgeblickt wird, heißt es immer „warum hat niemand inteveniert“? Dabei war die Bevölkerung vor 100 Jahren längst nicht so umfassend informiert wie heute. Es gab zum Beispiel kein Internet, viele konnten sich Zeitungen nicht leisten und mehr als heute konnten gar nicht lesen und selbstverständlich gab es auch kein Internet, nein nicht einmal Fernsehen war möglich. Und dennoch ist der Eindruck, der entstehen kann, dass heute noch weniger in Frage gestellt wird als je zuvor.

Mit diesen Worten möchten wir Ihnen die besagte Rede ans Herz legen.

Christoph Sieber – Ich will mich nicht gewöhnen

Selten hat ein Text so eine Wirkungskraft bei uns entfaltet, wie der phänomenale Beitrag "Ich will mich nicht gewöhnen!" vom begnadeten Satiriker Christoph Sieber. (y)Hier der Text im Wortlaut:„Ich will mich nicht gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht gewöhnen, wenn der SPIEGEL schreibt, das Deutschland endlich in der Normalität angekommen ist, wenn es sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt.Die Beteiligung an Kriegen darf nie Realität werden.Ich kann es nicht glauben, dass Verteidigungsministerin von der Leyen, auf die Frage eines Journalisten, ob denn eine Fußball-WM 2018 in Russland tatsächlich denkbar wäre antwortet: „Deutschland wird auf jeden Fall schießendes Personal schicken“. Das ist nichts anderes als die Verharmlosung des Krieges.Ich will mich nicht gewöhnen, dass in Europa das Recht des Stärkeren gilt, wenn Hunderttausenden der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben einfach verwehrt wird.Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, denn die Würde des Menschen steht tagtäglich zu Zehntausenden bei der Tafel an, um unsere Reste zu essen.Die Würde des Menschen krepiert vor Lampedusa und die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer.Ich will mich nicht an die Barbareien der globalisierten Welt gewöhnen, die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, die Unterstützung brutalster Despoten und Diktatoren, ich will mich nicht flüchten in den Zynismus derer die sagen: „Da kannste nichts machen, das war schon immer so“.Ich möchte mich nicht abfinden, dass es so etwas wie Alternativlosigkeit gibt, weil es immer Alternativen gibt, weil es das Wesen der Demokratie ist, dass es sowas gibt, wie Alternativen. Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der man tatsächlich glaubt, dass, `wenn Jeder an sich denkt, dann ist an Alle gedacht.´Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen.Ich möchte nicht, dass die die Deutungshoheit über die Moral bekommen, die keine haben.Es gibt die Unschuld des Nichtwissens nicht mehr.Wir wissen, dass der Wohlstand auf Unrecht aufgebaut ist. Wir wissen, dass wir die Erde zerstören und wir können auch längst nicht mehr ignorieren, dass Andere arm sind, weil wir reich sind. Wir werden uns nicht raus reden können, mit dem immer gleichen: „Davon haben wir nichts gewusst“.Nein, wir werden es gewusst haben. Und ich frage mich am Ende: Was wird man über uns sagen in zwanzig, dreißig Jahren? Wer werden wir gewesen sein? Die die zugeschaut haben, wie schon so oft? Werden wir die gewesen sein, die einfach weiter gemacht haben, weil es so bequem war? Oder werden wir die gewesen sein, die gerade nochmal rechtzeitig die Kurve bekommen habe und die die Reißleine gezogen haben, als es noch nicht zu spät war?Ich bin mir nicht sicher, aber eins weiß ich gewiss, Siri hat darauf keine Antwort!“Quelle: 3Sat gefunden auf: Ben FriedenDu bist der selben Meinung? 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Posted by Frieden rockt on Donnerstag, 13. Juli 2017

„Ich will mich nicht gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht gewöhnen, wenn der SPIEGEL schreibt, das Deutschland endlich in der Normalität angekommen ist, wenn es sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt.

Die Beteiligung an Kriegen darf nie Realität werden.

Ich kann es nicht glauben, dass Verteidigungsministerin von der Leyen, auf die Frage eines Journalisten, ob denn eine Fußball-WM 2018 in Russland tatsächlich denkbar wäre antwortet: „Deutschland wird auf jeden Fall schießendes Personal schicken“. Das ist nichts anderes als die Verharmlosung des Krieges.

Ich will mich nicht gewöhnen, dass in Europa das Recht des Stärkeren gilt, wenn Hunderttausenden der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben einfach verwehrt wird.

Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, denn die Würde des Menschen steht tagtäglich zu Zehntausenden bei der Tafel an, um unsere Reste zu essen.
Die Würde des Menschen krepiert vor Lampedusa und die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer.
Ich will mich nicht an die Barbareien der globalisierten Welt gewöhnen, die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, die Unterstützung brutalster Despoten und Diktatoren, ich will mich nicht flüchten in den Zynismus derer die sagen: „Da kannste nichts machen, das war schon immer so“.

Ich möchte mich nicht abfinden, dass es so etwas wie Alternativlosigkeit gibt, weil es immer Alternativen gibt, weil es das Wesen der Demokratie ist, dass es sowas gibt, wie Alternativen. Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der man tatsächlich glaubt, dass, `wenn Jeder an sich denkt, dann ist an Alle gedacht.´

Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen.

Ich möchte nicht, dass die die Deutungshoheit über die Moral bekommen, die keine haben.
Es gibt die Unschuld des Nichtwissens nicht mehr.

Wir wissen, dass der Wohlstand auf Unrecht aufgebaut ist. Wir wissen, dass wir die Erde zerstören und wir können auch längst nicht mehr ignorieren, dass Andere arm sind, weil wir reich sind. Wir werden uns nicht raus reden können, mit dem immer gleichen: „Davon haben wir nichts gewusst“.
Nein, wir werden es gewusst haben. Und ich frage mich am Ende: Was wird man über uns sagen in zwanzig, dreißig Jahren? Wer werden wir gewesen sein? Die die zugeschaut haben, wie schon so oft? Werden wir die gewesen sein, die einfach weiter gemacht haben, weil es so bequem war? Oder werden wir die gewesen sein, die gerade nochmal rechtzeitig die Kurve bekommen haben und die die Reißleine gezogen haben, als es noch nicht zu spät war?

Ich bin mir nicht sicher, aber eins weiß ich gewiss, Siri hat darauf keine Antwort!“

Christoph Sieber, dt. Satiriker

Quellen
Christoph Siebert
3Sat